Idaflieg? Was ist das?

Die Akademischen Fliegergruppen sind Vereinigungen von Ingenieurstudenten an technischen Hochschulen und Universitäten in Deutschland. Ziel dieser weltweit beispiellosen Gruppen ist es, durch innovative Ideen und deren Verwirklichung dem Flugzeugbau in Deutschland neue Impulse zu geben.

Seit 1920 bauen Studenten selbst Segelflugzeuge

In der Geschichte des Segelfluges spielen die Akafliegs eine große Rolle. Seit 1920 wurden von ihnen mehr als 150 Flugzeuge entwickelt, gebaut und erprobt. Viele davon waren für die Entwicklung des Segelfluges richtungsweisend. In den Bereichen Aerodynamik, Flugmechanik und Bauweisen wurden neue Wege gesucht und gefunden. So entstand beispielsweise das erste Segelflugzeug aus glasfaserverstäktem Kunststoff, die fs 24 "Phönix" der Akaflieg Stuttgart.
Auch die Kohlefaser-Bauweise wurde erstmals in der Luftfahrt in einem Projekt einer Akaflieg, der SB 10 der Akaflieg Braunschweig, erprobt und eingesetzt.

Die Idaflieg

Die Idaflieg stellt das Bindeglied zwischen den einzelnen Akafliegs dar. Schon 1922 fanden sich die ersten Akafliegs zu einer Interessengemeinschaft zusammen. Sie sollte dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und der gemeinsamen Vertretung nach außen dienen. Die ersten Treffen verliefen noch ohne technische Messungen, jedoch wurden schon bald erste Verfahren zur Beurteilung von Flugeigenschaften und Flugleistungen entwickelt.

Durch wissenschaftliche Arbeit weltweit bekannt

Mit den Flugleistungsvermessungen, die auf dem Idaflieg-Sommertreffen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt werden, hat sich die Idaflieg weltweit einen Namen gemacht.

Impulse für die deutsche Segelflugzeugindustrie
Den systematischen Flugeigenschaftsuntersuchungen der Idaflieg ist es zu verdanken, dass heutige Segelflugzeuge im Flugverhalten einem einheitlichen Standard entsprechen. Diese Untersuchungen sind inzwischen ein wesentlicher Bestandteil, der für die Zulassung notwendigen Flugerprobung. Eine intersssante Tatsache ist, dass viele Segelflugzeugkonstrukteure aus Akafliegs stammen, so wie Dirks, Heide, Holighaus, Lemke, Scheibe, Stemme und Waibel.

Die Akafliegs und das Studium

Es wäre völlig falsch, die Arbeit der Akademischen Fliegergruppen ohne Bezug zum Studium zu sehen. Viele Forschungsarbeiten an neuen Projekten werden als Studien- oder Diplomarbeiten von den Lehrstühlen betreut. Motivierend wirkt, dass die Ergebnisse dieser theoretischen Arbeiten in die Praxis umgesetzt werden. Ein Teil der Arbeiten kann als studienbegleitendes Praktikum anerkannt werden. Studierende haben in einer Akaflieg wie nirgendwo sonst an der Hochschule die Möglichkeit, Arbeitsweisen, Projektplanung, aber auch gesellschaftliche Fähigkeiten wie Teamarbeit und Diskussionsfähigkeit zu erlernen.
Daher ist verständlich, dass die momentan diskutierten Vorschläge zur restriktiven Studienverkürzung gerade unsere Arbeit stark einschränken, wenn nicht sogar unmöglich machen werden. Wir sehen durchaus, dass es Faktoren gibt, die dazu führen, dass sich die Studienzeit länger als unbedingt notwendig hinzieht und die Studienorganisation reformbedürftig ist. Restriktive Maßnahmen alleine jedoch ersticken Aktivitäten wie die der Akafliegs an den Hochschulen für eine lediglich statistische Senkung der Studiendauer, ohne das Studium selbst effizienter zu gestalten.


Weitere Informationen zur Idaflieg und zu einzelnen Akafliegs findet man auf den entsprechenden Internetseiten der Mitgliedsgruppen.