Hans Zacher

Die Akaflieg ist wie eine Kur.
Die gute Wirkung spürt man erst,
wenn man sie hinter sich hat.

Hans Zacher, fast ganz nach Curt Goetz

Ein Stück Idaflieg-Geschichte

Hans Zacher verstarb am 5. August 2003 im Alter von 90 Jahren. Seine Arbeit hat die Idaflieg in großem Maße geprägt.
Nachruf

Hans Zacher, geboren am 22. November 1912 in Lüdenscheid, machte das Abitur an der Zepplin-Oberrealschule und danach eine Schlosserlehre. Ab 1933 studierte er Flugzeugbau an der TH Darmstadt, mit Diplom-Abschluss 1938.

Seit 1922 baute er Flugmodelle, trat 1927 dem Fliegerclub bei, half beim Bau von Gleitern und schulte zu einer Zeit, als jede Flugsekunde mit einer Werkstattstunde "bezahlt" werden musste. 1933 kam er zur Akaflieg Darmstadt, deren Vorsitzender er später wurde, wirkte dort bei der Entwicklung von Flugzeugen mit und erwarb die Segelflug-Silber-C Nummer 221. Im Motorflug bildete ihn die DVL (Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt) in Adlershof aus, bei der er viele Muster flog und auch die beiden Kunstflugscheine erwarb. Motor- und Segelflugwettbewerbe brachten Erfolge und Erfahrungen. Nach 1951 erneuerte er seine Flugscheine, ergänzte sie mit Motorsegler- und Ultraleicht-Berechtigung, schulte auf Hubschraubern und ging als "aktiver Gast" auch mit Heißluft- und Gasballonen sowie einem Kleinluftschiff in die Luft. Von der FAI wurde ihm das goldene Leistungsabzeichen für Motorflug 233 verliehen.

1939 war er bei der DVL, 1940 bis 1945 als Abteilungsleiter Flugmechanik bei der DFS (Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug), 1952 fing er bei der Prüfstelle für Luftgeräte als Musterprüfer für Segel- und Leichtflugzeuge an, trat aber 1958 wieder zur DFS über, die später durch Fusion über DVL und DFVLR zum DLR wurde. Bis 1977 war er dort Abteilungsleiter für Segelflugzeuge und Leichtflugzeuge, bearbeitet u.a. Flugmessungen, Idaflieg-Vergleichsflüge, Ingenieurfliegerkurse, Bauvorschriften, veröffentlichte und trug vor über Flugmechanik, Flugmessungen, Motorsegeler, Akafliegs und Geschichte der Luftfahrt.

Hans Zacher erhielt viele Ehrungen, auch ausländische Auszeichnungen und Ehrenmitgliedschaften, war im Vorstand der OSTIV und der OUV sowie u.a. Mitglied des Technischen Ausschusses des DAeC, des Sailplane Development Panal der OSTIV und war noch im Fachbeirat des Deutschen Museums engagiert. Mit dem technisch-wissenschaftlichen Nachwuchs fühlte er sich ganz besonders verbunden: kein Idaflieg-Treffen, kein Idaflieg-Vergleichsfliegen hat er seit 1937 versäumt.

Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Daedalos-Medaille des Deutschen Aero Clubs, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt usw.

Von ihm stammt auch das sog. "Zacher-Programm", nach dem die Flugeigenschaften von Segelflugzeugen erflogen werden.